Big Win zum Heimauftakt: Rhinos schlagen DBV Charlottenburg II mit 94:89

    Was für ein erstes Heimspiel der neuen Saison! Vor 100 Zuschauern setzten sich die USV Halle Rhinos in einem intensiven und bis in die Schlussminuten offenen Duell mit 94:89 gegen DBV Charlottenburg II durch. Nach der Auftaktniederlage beim Berliner SC feierte das Team von Headcoach Hannes Reichert damit den ersten Saisonsieg und bewies vor allem im entscheidenden vierten Viertel große Moral.

    Wie viel Kraft dieser Abend gekostet hatte, war Hannes Reichert unmittelbar nach der Schlusssirene anzusehen. Seine erste Reaktion fiel entsprechend knapp aus: „Ich bin leer.“
    Kein Wunder: Über 40 Minuten lieferten sich beide Mannschaften einen offenen Schlagabtausch. 13-mal stand die Partie unentschieden, neunmal wechselte die Führung und kein Team konnte sich zwischenzeitlich mit mehr als sieben Punkten absetzen.

    Offener Schlagabtausch von Beginn an
    Die Gäste erwischten den etwas besseren Start. Ihr Topscorer kam bereits im ersten Viertel auf 14 Punkte und führte DBV Charlottenburg II damit zu einer knappen 30:29-Führung nach den ersten zehn Minuten.
    Doch die Rhinos hielten dagegen. Im zweiten Abschnitt entwickelte sich endgültig ein offensiver Schlagabtausch. Halle ging zwischenzeitlich mit 31:30 in Führung, die Gäste antworteten jedoch umgehend. Immer wieder wechselten sich kleine Läufe auf beiden Seiten ab. Besonders Constantin Finger setzte in dieser Phase wichtige Akzente.

    Das Ergebnis: 29:29 im zweiten Viertel und ein hauchdünner 58:59-Rückstand zur Halbzeit.
    Auch nach der Pause blieb die Partie eng. Die Gäste entschieden den dritten Abschnitt mit 22:19 für sich und gingen mit einer 81:77-Führung in die entscheidenden zehn Minuten.

    Die Entscheidung fällt im Schlussviertel
    Und genau dort zeigten die Rhinos ihre stärkste Phase des Abends.
    Nach drei offensiv geprägten Vierteln legte Halle defensiv noch einmal deutlich zu. Gerade einmal acht Punkte ließen die Rhinos im gesamten Schlussviertel zu. Gleichzeitig arbeitete sich das Team Punkt für Punkt zurück in die Partie.
    Aus einem 77:81-Rückstand nach 30 Minuten wurde schließlich ein 94:89-Heimsieg.
    Das 17:8 im letzten Viertel machte den entscheidenden Unterschied und war zugleich Ausdruck einer geschlossenen Mannschaftsleistung, zu der an diesem Abend der gesamte Kader seinen Teil beitrug.

    Groth, Chetverhov und Finger führen die Offensive an
    Mit 21 Punkten war Jonas Groth der erfolgreichste Scorer der Rhinos. Besonders auffällig war seine Präsenz an der Freiwurflinie: 14 seiner 19 Versuche verwandelte er.
    Mark Chetverhov steuerte 19 Punkte bei und fand immer wieder mit großer Leichtigkeit den Weg zum Korb. Seine explosiven Drives stellten die gegnerische Defensive konstant vor Probleme und führten zu wichtigen Abschlüssen und Freiwürfen.
    Constantin Finger erzielte 16 Punkte und traf vier Dreier. Niklas Benndorf und Rajath Karanam Ramamurthy kamen auf jeweils acht Punkte, David Darko und Avin Tepeli auf jeweils sieben. Anton Rose und Kilian Lienau erzielten jeweils vier Punkte.
    Unter dem Korb arbeitete Kilian Lienau unermüdlich. Der junge Guard nahm viele Duelle an, kämpfte um jeden Ball und sammelte zeitweise sogar mehr Rebounds als die Center. Sein Einsatz war ein wichtiger Bestandteil der kämpferischen Teamleistung.
    Insgesamt verteilte sich die offensive Verantwortung auf viele Schultern. Als Mannschaft verwandelten die Rhinos 25 von 33 Freiwürfen (76 %) und trafen sieben Dreier.
    Auf der Gegenseite stellte der beste Scorer der Gäste die Hallenser Defensive mit 36 Punkten vor eine große Herausforderung. Umso wichtiger war es, dass die Rhinos als Mannschaft bis zum Ende dagegenhielten.

    Junge Spieler bekommen ihre Chance
    Nach dem personell schwierigen Saisonauftakt in Berlin konnte Reichert beim ersten Heimspiel auf einen deutlich größeren Kader zurückgreifen. Gleichzeitig setzte sich der Weg fort, jungen Spielern Einsatzmöglichkeiten auf Regionalliga-Niveau zu geben.
    Mit David Darko und Avin Tepeli standen zwei weitere Talente aus dem MBA (Mitteldeutsche Basketball Akademie)-Umfeld im Rhinos-Kader.
    Darko ist für die Uni-Riesen Leipzig aktiv und kommt über eine Sonderteilnahmeberechtigung auch bei den Rhinos zum Einsatz. Gegen DBV Charlottenburg II stand der junge Flügelspieler über 17 Minuten auf dem Feld und erzielte sieben Punkte. Zuvor war Darko aus Hamburg nach Leipzig gewechselt und steht den Rhinos in dieser Saison zur Verfügung. Wenige Tage vor der Partie hatte er außerdem seinen 18. Geburtstag gefeiert.
    Auch Avin Tepeli kam aus dem Nachwuchs der Hamburg Towers nach Halle. In dieser Saison ist er als FSJler für den USV Halle tätig. Für die Rhinos sammelt er Spielpraxis und spielt außerdem in der MBA sowie bei den Uni-Riesen Leipzig. Gegen die Gäste steuerte er in knapp 20 Minuten sieben Punkte bei.
    Auch Jan-Luca Göttker kehrte nach seiner Verletzung zurück und sammelte in knapp zwölf Minuten erstmals wieder Spielpraxis.

    Der Blick bleibt auf das große Ziel gerichtet
    Nach zwei Spieltagen stehen für die Rhinos nun ein Sieg und eine Niederlage zu Buche. Auf das 74:95 zum Auftakt beim Berliner SC folgte vor heimischem Publikum die direkte Antwort.
    Der 94:89-Erfolg ist dabei vor allem eines: ein wichtiger Schritt für eine Mannschaft, die sich zu Saisonbeginn noch finden muss.
    Denn trotz aller Freude über den ersten Sieg bleibt die Zielsetzung unverändert: Der volle Fokus liegt auf dem Klassenerhalt in der 2. Regionalliga Ost.
    Am kommenden Wochenende wartet mit dem USV Potsdam bereits die nächste Aufgabe auf die Rhinos. Das nächste Heimspiel findet am Samstag, den 10. Oktober, um 18 Uhr gegen RSV Eintracht Stahnsdorf II statt.
    Der erste Heimsieg hat gezeigt, wie viel Einsatz dafür notwendig sein wird – aber auch, was diese Mannschaft gemeinsam leisten kann.

    Viertel: 29:30 | 29:29 | 19:22 | 17:8
    Endstand: USV Halle Rhinos – DBV Charlottenburg II 94:89
    Rhinos: Groth 21, Chetverhov 19, Finger 16, Benndorf 8, Karanam Ramamurthy 8, Darko 7, Tepeli 7, Lienau 4, Rose 4, Göttker 0, Pötschke 0.

    Fotos: Sebastian Mitte 

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